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Evergreens Insights: Die Analyse der Finanzmärkte des Jahres 2025

In diesem Auszug aus dem Podcast „Evergreens by Spuerkeess“ kommen Nick Huberty (Investment Portfolio Manager – Spuerkeess), Julien Ensch (Head of Client Relationship Management – Spuerkeess) und Julien Kohn (Investment Portfolio Manager – Spuerkeess) zu Wort und blicken auf ein ereignisreiches Jahr 2025 zurück. Technologieschocks, geopolitische Spannungen und monetäre Volatilität – welche Trends haben die Märkte wirklich geprägt? Entdecken Sie ihre Einschätzungen in diesem Artikel.

Ein bewegter Jahresauftakt: KI, Zölle und politische Volatilität

2025 startete rasant mit dem DeepSeekSchock — einer kostengünstig entwickelten chinesischen KI, die den Giganten ChatGPT und Gemini Konkurrenz macht. 
Die direkte Folge: Druck auf traditionelle Technologiewerte, darunter Nvidia. Doch der Effekt war nur vorübergehend: Dienstleistungsorientierte Unternehmen gewannen rasch wieder die Oberhand gegenüber Sektoren, die stärker von physischen Gütern abhängen.

Ein weiterer Höhepunkt: der Liberation Day, an dem Donald Trump eine Liste neuer Zölle ankündigte, die zahlreiche europäische Länder betrafen. Diese Schocknachricht bremste kurzzeitig die starke Entwicklung europäischer Aktien im ersten Halbjahr.

Trotz der angespannten Lage überraschte Europa dennoch: Seine Indizes erzielten eine der weltweit besten Performances, insbesondere dank der Banken.

USA vs. Europa: Unterschiedliche Wachstumstreiber

 Auch wenn die europäischen Märkte 2025 glänzten, beruhte dieser Erfolg größtenteils auf attraktiven Bewertungen.
In den USA hingegen wurde der Anstieg durch ein echtes Gewinnwachstum getragen — konzentriert auf einige große Technologiekonzerne.

Die drei Experten sind sich einig: Strukturell behalten die Vereinigten Staaten klare und dauerhafte Vorteile — eine junge Bevölkerung, einen dynamischeKapitalmarkt, ein flexibleres regulatorisches Umfeld und einen politischen Willen, Unternehmen anzuziehen (unter anderem durch das One Big Beautiful Bill).

Der Dollar im freien Fall: Gegenwind für Anleger

2025 markierte ebenfalls einen geldpolitischen Wendepunkt: Der Euro stärkte sich schnell und stieg innerhalb weniger Monate von 1.04 auf 1.15 US‑Dollar. Diese heftige Bewegung schadete vielen europäischen Anlegern, die zu stark im US‑Markt engagiert waren, und erzeugte Gegenwind für exportorientierte Unternehmen.

Rohstoffe: Gold, Silber, Kupfer … ein Rekordjahr

Kupfer („Doctor Copper“) erreichte historische Höchststände, getragen von einer starken Nachfrage im Zuge der Energiewende.
Auch Gold und Silber legten deutlich zu, befeuert durch schwindendes Vertrauen in Zentralbanken und die steigende Nachfrage asiatischer Notenbanken — vor allem Chinas.

Geopolitik und KI: Eine zunehmend strategische Rolle

Die US‑Regierung zeigte sich 2025 besonders aktiv — mit volatileren Kommunikationsmustern und einem klaren Willen, KI auf Bundesebene zu regulieren.
Warum? 
Weil das globale KI‑Wettrennen — laut Experten — von einem entscheidenden Faktor abhängt: dem Zugang zu reichlich und günstiger Energie. 

Daher entstehen neue Technologiezentren in sonnenreichen Regionen (Texas, Spanien, Portugal), und auch die Kernenergie erlebt ein Comeback.

Geldpolitik: Strenger als es scheint

Auch von den Zentralbanken kam 2025 kaum Entspannung. 
Im Euroraum wirkte das Ende der Reinvestitionen des Post‑Covid‑Notfallprogramms wie ein Quantitative Tightening und trug dazu bei, die langfristigen Zinsen über 3 % steigen zu lassen.

Wie sollte man 2026 investieren? - Zwischen Aktien, Anleihen und „Quality“

Die Experten sind der Meinung, dass ein ausgewogenes Portfolio weiterhin unerlässlich ist:

  • Aktien, insbesondere amerikanische, sollten weiterhin vom Gewinnwachstum profitieren.
  • Anleihen gewinnen mit höheren Renditen ihre stabilisierende Funktion zurück.
  • Das Quality‑Segment (solide Unternehmen, wiederkehrende Geschäftsmodelle, hohe Profitabilität) hat 2025 unterperformt, könnte jedoch 2026 einen attraktiven Aufholzyklus bieten.

Bei Bitcoin hingegen wurde man 2025 daran erinnert, dass er vor allem ein spekulatives Asset ist — welches schwer als sicherer Hafen zu betrachten ist.

Fazit: Ein Jahr des Umbruchs und des wiedererlangten Gleichgewichts

2025 zeigte, wie schnell Märkte reagieren können — manchmal zu schnell. Zwischen KI, Handelskonflikten, Geldpolitik und geopolitischer Neuausrichtung müssen Anleger mehr denn je in einem globalisierten … und manchmal unvorhersehbaren Umfeld navigieren.

Nachhaltigkeit